
Die vier Forschungsinstitute des ETH-Bereichs setzen sich für eine vielfältige und inklusive Führungskultur ein. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist über die Jahre gewachsen, dennoch besteht weiterhin eine «Leaky Pipeline». Viele Mitarbeiterinnen fragen sich, ob traditionelle Führung zu ihren persönlichen Zielen und ihrer Persönlichkeit passt – nicht zuletzt, weil das Umfeld nach wie vor stark männlich geprägt ist. feM-LEAD hat Türen geöffnet für erste Begegnungen und den Austausch zum Thema Führung. Ziel ist es, Führungsrollen für Frauen zugänglicher zu machen.
In Anerkennung der Expertise, des Talents und des Führungspotenzials der Mitarbeiterinnen wurde feM-LEAD ins Leben gerufen, um Einblicke in Führung zu geben, die berufliche Entwicklung zu fördern und zu einer stärkeren Vertretung von Frauen in Führungspositionen beizutragen – zunächst am Paul Scherrer Institut PSI und heute an allen vier Forschungsinstituten des ETH-Bereichs, darunter die Empa. Das Programm hebt sich von anderen Mentoring-Programmen ab, weil es sich an Frauen richtet, die noch keine Führungsposition innehaben, und weil es Frauen aller Funktionen offensteht, nicht nur wissenschaftlichen (auch technischen und administrativen Mitarbeiterinnen).
Die verschiedenen Bausteine des Programms ergänzen sich perfekt. Neben dem klassischen 1:1-Mentoring legen ein persönliches Assessment und verschiedene Veranstaltungen die Grundlagen für die Mentoring-Beziehung und fördern die Vernetzung und Sichtbarkeit der Mentees. Ihre Fähigkeiten können sie zusätzlich mit Kursen zu Führung, Pitching und persönlicher Entwicklung ausbauen, die sich nach den eigenen Interessen auswählen lassen, sowie mit Peer-Coaching. Die Lektion: Sichtbarkeit ist entscheidend! Ein grosser Teil der Teilnehmerinnen ist in einer Führungsposition gelandet.
Dieses Best Practice ist Teil des Gender Intelligence Report 2026.
Die vier Forschungsinstitute des ETH-Bereichs setzen sich für eine vielfältige und inklusive Führungskultur ein. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist über die Jahre gewachsen, dennoch besteht weiteres Potenzial, die Vielfalt zu stärken und die Perspektiven auf Führung zu erweitern. Wir haben weibliche Talente, die sich sicher sind, dass sie eine Karriere verfolgen und in einer Führungsposition ankommen wollen, aber auch viele, die nicht sicher waren, ob Führung etwas für sie ist und ob sie in dieses «traditionelle Bild» von Führung passen würden. Die Herausforderung bestand darin, sie zu erreichen und ihnen zu zeigen, dass Führung viele verschiedene Stile kennt.
Im Mittelpunkt steht die berufliche Entwicklung des Mentees – zum Beispiel durch Einblicke in den Karriereweg der Mentor:in, Gelegenheiten, die eigenen Karriereziele zu reflektieren und die nächsten Schritte zu planen, oder Plattformen für Sichtbarkeit und Vernetzung. Ziel ist es, die berufliche Laufbahn des Mentees auf bereichernde Weise zu fördern und die Auseinandersetzung mit dem Thema Führung anzuregen. Darüber hinaus ist es auch für die Mentor:innen äusserst bereichernd, die wertvolle Einblicke in Karrieren und in die Herausforderungen gewinnen, denen ihre Mentees in unseren Institutionen und darüber hinaus begegnen. Im Bereich Diversity, Equity und Inclusion hat die Erhöhung des Frauenanteils in den Kernbereichen für die vier ETH-Forschungsinstitute hohe Priorität. Deshalb bauen wir strukturelle Barrieren und Benachteiligungen systematisch ab und bieten verschiedene Förderprogramme speziell für Frauen an, etwa feM-LEAD.
Das Mentoring-Programm feM-LEAD hat seine Wurzeln am PSI. Eines seiner Kernziele war es, die Zahl der Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Als Massnahme zur Erreichung dieses Ziels wurden zwischen 2018 und 2020 zunächst zwei Pilotrunden des Programms unter dem Namen “Mentoring Program for Women with Leadership Ambitions” durchgeführt. Nach Abschluss der zweiten Runde im Jahr 2020 wurde das Programm von einem externen Forschungsbüro evaluiert. Der Evaluationsbericht empfahl die Fortführung des Mentoring-Programms und bezeichnete es aufgrund der folgenden Punkte als einzigartig:
In den folgenden Jahren wurde das Programm schrittweise auf die Empa und die WSL (2023) sowie die Eawag (2024) ausgeweitet. Der interinstitutionelle Austausch zwischen Mentees und Mentor:innen der vier Forschungsinstitute des ETH-Bereichs bereichert das Programm zusätzlich.
«Meine Neugier, in Komplexität Muster zu erkennen, führte mich zu den Naturwissenschaften – bis hin zur Promotion. Diese analytische Denkweise habe ich anschliessend im Gesundheitswesen angewandt und weiterentwickelt, bei der Arbeit an interdisziplinären Projekten und Initiativen zur Qualitätsverbesserung. Heute nutze ich dieses Rüstzeug, um komplexe Zusammenhänge zu entschlüsseln, strategische Bedürfnisse zu erkennen und gezielte, wirkungsvolle Lösungen in unserer Organisation zu gestalten.»
Sandra Bürgi, Executive Project Manager, Empa
Das Programm besteht aus verschiedenen Säulen: Über den Verlauf eines Jahres werden die Mentees von Mentor:innen im persönlichen 1:1-Mentoring begleitet. In einem vertrauensvollen, unterstützenden Rahmen können sie gemeinsam mit einer erfahrenen Person an ihrer beruflichen Entwicklung arbeiten und vom Wissen und der Erfahrung ihrer Mentor:innen profitieren. Ein Assessment (BIP®-Test) und begleitende Veranstaltungen legen die Grundlagen für die Mentoring-Beziehung und fördern die Vernetzung und Sichtbarkeit der Mentees. Abgerundet wird das Programm durch Kurse und Trainings zu Führung und persönlicher Entwicklung, die sich nach den eigenen Interessen auswählen lassen, sowie durch Peer-Coaching. Im Lauf der Zeit haben wir Folgendes beobachtet:

Neben feM-LEAD bietet die Empa auch:
Für weitere Informationen zu diesem Best Practice wende dich an die Co-Autorinnen:
Melina Spycher
Head DEI
melina.spycher@empa.ch


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